Im Bereich Labortechnik bietet Miele ein umfangreiches Leistungspaket zur Qualifizierung von Miele Professional Geräten an. Zur Validierung der Aufbereitungsverfahren von
Miele Reinigungs- und Desinfektionsgeräten für Medizinprodukte bietet Miele die Dienste von Service-Technikern an, die als Medizinprodukteberater ausgebildet sind. hier anklicken
Manuelle versus maschinelle Aufbereitung
Viele Laboratorien entscheiden sich für die maschinelle Aufbereitung von Laborgeräten wie z.B. Bechergläsern und Pipetten, da deren Handhabung eine potentielle Gefahr darstellt (Glasbruch, Kontaminationen, Verätzungen).
Durch den Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsautomaten wird diese Gefahr auf ein Minimum reduziert.
Außerdem kann die maschinelle Aufbereitung standardisiert, validiert und dokumentiert werden.
Die Problemstellung
Im Labor werden unterschiedliche Geräte aus verschiedenen Materialien für die verschiedensten Aufgaben eingesetzt. Anschließend ist eine Reinigung und Trocknung dieser Geräte nötig. Diese muss sicherstellen, dass die erneute Nutzung der Geräte in keiner Weise beinträchtigt wird. Um feststellen zu können, welche Reinigungsautomaten, Zubehörteile, Reinigungsmittel usw. für die individuelle Aufbereitung optimal sind, müssen folgende Aspekte geklärt werden:
1) Anwendung Die Anwendung lässt sich allgemein nach dem Bereich (organische, anorganische oder physikalische Chemie, Biologie usw.) und nach dem Verwendungszweck oder der Arbeitsweise (präparative Arbeiten, Analysen, Probeentnahmen usw.) einteilen. Anhand der Anwendung entscheidet sich häufig bereits die Ausstattung der Automaten, der Ablauf des Reinigungsprozesses und die Wahl des Reinigungsmittels.
2) Laborgeräte Die Ausstattung der Laboratorien sollte nach Art (Bechergläser, Rundkolben, Pipetten, Petrischalen usw.), Größe oder Volumina (1 ml, 500 ml, 10.000 ml) und Menge der Laborgeräte erfasst werden. So lässt sich eine detaillierte Aussage zu der notwendigen Ausstattung der Reinigungsautomaten treffen.
3) Kontamination Die Kenntnisse über die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Kontamination im Laborgerät (Löslichkeit in Wasser unter verschiedenen Bedingungen, Schmelz- oder Einweichpunkt usw.) sind von besonderer Bedeutung für den Ablauf der Reinigungsprozesse und die Wahl der Reinigungsmittel.
4) Desinfektion Bei bestimmten Anwendungen ist eine Desinfektion der Laborgeräte erforderlich, die einerseits dem Personalschutz dient und andererseits eine Keimübertragung verhindert.
5) Analytische Methoden Analytische Methoden können durch bestimmte Kontaminationen im Laborglas beeinflusst werden. Die Kenntnis dieser Faktoren ist hilfreich für die Wahl der Reinigungsmittel.
6) Analysenreinheit In Abhängigkeit der Nachweisgrenze, der Spezifikationen, der Störempfindlichkeit der Messmethoden usw. hat jedes Labor eine eigene Definition des Begriffes „analysenrein“, welcher das Reinigungsergebnis, die Ausstattung des Automaten und das Reinigungsprogramm gerecht werden müssen.
Die Problemlösung
Wegen differierender Problemstellungen sind Standardlösungen häufig nicht anwendbar. Es werden kundenspezifische Problemlösungen gefordert. Diese lassen sich durch die Zusammenarbeit von Laborpersonal und dem Miele Außendienst oder der Miele Anwendungstechnik zusammenstellen.
Die Miele Lösung berücksichtigt folgende Aspekte:
Reinigungs- und Trocknungssystem
Wasseraufbereitung
Empfehlung eines Reinigungsmittels
Erstellen und Bewerten eines Reinigungsprogramms
Ober-/Unterkörbe und Einsätze
Für Pipetten, Mess-, Rund- und Erlenmeyer-Kolben sind Körbe mit Injektordüsen erforderlich. So wird für eine gründliche Innenreinigung, -spülung und -trocknung der Geräte gesorgt. Rotierende Spülarme reinigen und spülen von außen.
Bechergläser, Petrischalen, Weithalsflaschen, Weithals-Erlenmeyer-Kolben und Reagenzgläser werden in spezielle Einsätze positioniert, die dann in Unter- und Oberkörbe gestellt werden. Die Spülarme sorgen für die Innen- und Außenreinigung sowie die Spülung der Laborgeräte.
Wasseraufbereitung
Oft sind unterschiedliche Wasserqualitäten erforderlich. Enthärtetes Wasser wird i. d. R. am Anfang des Reinigungsprozesses (Vorspülung, Reinigung und erste Spülungen) eingesetzt.
Ein Verkalken des Automaten und unerwünschte Nebenreaktionen während des Reinigungsprozesses werden vermieden.
Für die letzten Spülschritte wird vollentsalztes Rein- oder Reinstwasser verwendet, was für eine hohe Oberflächenreinheit sorgt.
Voraussetzung ist jedoch, dass mit der Reinigung die Kontamination entfernt wurde.
Reinigungsmittel
Reinigungsmittel lassen sich allgemein in 3 Gruppen einteilen: alkalische Produkte: komplexe Gemische. Enthalten z. B. Kalium- oder Natriumhydroxid, Silikate, Carbonate, Polycarboxylate, Komplexbildner, Tenside, Enzyme, Oxidationsmittel. Der Reiniger muss in Abhängigkeit von der Anwendung und Kontamination der Laborgeräte ausgewählt werden.
pH-neutrale Produkte: enthalten i. d. R. Tenside, Emulgatoren oder Enzyme. Sie werden in Ausnahmefällen auch zur Unterstützung der alkalischen Reiniger verwendet. saure Produkte: basieren auf Zitronen- oder Phosphorsäure. Werden häufig zur Neutralisation der Laborgeräte nach der alkalischen Reinigung eingesetzt.
Reinigungsprogramm
Das so genannte Reinigungsprogramm ist von entscheidender Bedeutung. Seine Erstellung wird oft erst durch Kenntnisse über die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Kontamination ermöglicht. Viele Kontaminationen sind bereits in Wasser löslich oder können im alkalischen oder sauren Bereich gelöst werden. Durch eine chemische
Umsetzung können einige unlösliche Rückstände in lösliche Reaktionsprodukte überführt werden. Andere Kontaminationen lassen sich nur mittels hoher Temperaturen und Tenside benetzen und emulgieren. Die falsche Reihenfolge der Prozessparameter oder die falsche Dosierung von Reinigungsmitteln kann in einigen Fällen zu einer Verschlechterung der Ergebnisse führen.
Prozesssicherheit
Ziel eines jeden Labors ist ein standardisiertes, validiertes Verfahren. Dieses muss in der Praxis reproduzier- und dokumentierbar sein. Das erfordert ein hohes Maß an Prozesssicherheit.
Mit den Steuerungen in Miele Reinigungsautomaten werden die validierten Verfahren und Arbeitsprozesse überwacht, z.B.:
Regelung und Überwachung der Temperatur und Zeit
Kontrolle des Umwälzpumpendrucks
Regelung und Überwachung der Wassermengen
Füllstandskontrolle der Vorratsbehälter und Flusskontrolle der Dosierung flüssiger Reinigungsmittel.
Die Prozessdaten können mittels integriertem Printer oder über eine zentrale Datenerfassung dokumentiert werden.
Reinigung von Probeflaschen im Wasserlabor (anorganische Stoffe)
Programmphasen: Vorspülung, alkalische Reinigung mit Oxidationsmittel, tensid- und phosphatfrei, saure Neutralisation mit Zitronensäure, 2 Zwischenspülungen, Nachspülung mit Reinstwasser, Trocknung
Die Eigenschaften des Laborglases
Die meisten Laborgeräte bestehen aus Borosilikatglas, welches über sehr gute physikalische Eigenschaften und eine hohe chemische Resistenz verfügt. Lediglich Fluss-Säure und starke Laugen können Glasoberfläche und Graduierungen angreifen. Sofern die Anwendung es zulässt, sollten längere Einwirkzeiten bei Temperaturen
deutlich über 70°C vermieden und mild alkalische Reiniger eingesetzt werden, um Glaskorrision auf ein Minimum zu reduzieren. Auch der Verwendungszweck muss berücksichtigt werden: Bei einem einfachen Becherglas ist Glasabtrag im Gegensatz zu Volumenmessgeräten (z.B. Pipette) zu vernachlässigen.